• 01.05.2018
  • Medieninformation XXII/16
1. Mai

Vassiliadis: Politik soll sich Tugenden der Bergleute zum Vorbild nehmen

Angesichts des politisch gewollten Auslaufs des deutschen Steinkohle-Bergbaus fordert die IG BCE, gute Industriearbeit nicht länger leichtfertig aufs Spiel zu setzen. „Wer Vollbeschäftigung will, darf die Industrie nicht aus unserem Land treiben“, sagte der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis, auf einer Kundgebung zum Tag der Arbeit in Bottrop, wo Ende des Jahres die letzte deutsche Zeche schließt.

Markus Feger

Tag der Arbeit 2018
01.05.2018
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Arbeitsplätze in der Industrie stünden für gute Löhne, für Sicherheit von Familien, sie finanzierten den Sozialstaat und seien Rückgrat des deutschen Wohlstands. „Darum werden wir um jeden dieser Arbeitsplätze kämpfen.“ Vorbild seien die Werte und Traditionen des Steinkohle-Bergbaus, sagte Vassiliadis im Herzen des Ruhrgebiets. „Es wäre gut für Deutschlands Politik, wenn sie sich auf die Tugenden der Bergleute und dieser Region besinnen würden.“

Eine starke Gewerkschaft, gelebte Solidarität, eine funktionierende Mitbestimmung und Top-Tariflöhne seien Merkmale einer Ordnung, die es in immer weniger Bereichen des Arbeitsmarktes gebe. „Arbeitgeber versuchen zunehmend, Tarifverträge zu unterlaufen oder bekämpfen die Mitbestimmung“, so der IG-BCE-Vorsitzende. „Dagegen werden wir uns mit aller Kraft wehren.“ Er forderte von den Arbeitgebern ein klares Bekenntnis zur Tarifbindung und von der Politik eine Stärkung der Mitbestimmung.

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    Markus Feger

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Vassiliadis warnte in dem Zusammenhang vor weiteren überhasteten Ausstiegen aus industriellen Kerntechnologien. So sei die Energiewende schon heute in einer dramatischen Schieflage. „Sie ist teuer, sie kostet Arbeitsplätze und sie erreicht ihre Ziele nicht.“ Deutschland brauche in der Frage mehr Vernunft und Augenmaß statt Ideologie, die keine Rücksicht auf gute Arbeitsplätze nehme.

Scharf kritisierte der IG-BCE-Vorsitzende die Diskussion um US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium in Europa. US-Präsident Donald Trump wolle fairen Wettbewerb unterbinden. „Er setzt auf ökonomisches Doping.“ Es sei an der Zeit zusammenzustehen gegen unfairen Wettbewerb. „Wir wollen ein starkes Europa, das Impulse setzt für eine Weltökonomie mit sozialer Verantwortung und ökologischer Vernunft.“ Dafür benötige die EU jedoch einen Kurswechsel hin zu mehr Lohn- und Steuergerechtigkeit. Die IG BCE trete für ein Europa ein, in dem die sozialen Grundrechte der Beschäftigten Vorrang hätten vor den Freiheiten des Binnenmarkts.

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