Bezirk Dortmund-Hagen

Neujahrsempfang 2020

Samstag 18. Januar 2020, kurz vor 10 Uhr - zum elften Mal war die Große Gebläsehalle des LWL- Museums in Hattingen vollbesetzt.

Uli Kuckling

Neujahrsempfang 2020

Nachdem zunächst die Gruppe „Walking Hats“ recht schwungvoll, musikalisch den Auftakt zu dem Neujahrsempfang machte, eröffnete Bezirksleiterin Birgit Biermann die Veranstaltung und hiess die zahlreichen interessierten Gäste aus Politik, Gewerkschaften, Unternehmen, Arbeitgeberverbänden, Institutionen und die Hauptrednerin des Tages, die Kollegin Karin Erhard, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE, willkommen. Ebenso herzlich wurden die Betriebsrätinnen und Betriebsräte, sowie die Mitglieder der verschiedenen Gremien begrüßt.

 

Der namentlichen Begrüßung der Ehrengäste liess sie zur Einstimmung den Hinweis auf die zwar politische, aber unparteiische Stellung unserer Gewerkschaft folgen.  Mit Blick auf die IG BCE - Strategie „Unser Kurs Richtung Zukunft“ ging Birgit Biermann auf das Ende der Deutschen Steinkohle, aber auch anderer Betriebe aus dem IG BCE – Bereich, damit verbundene Veränderungen für die Beschäftigten sowie den Strukturwandel ein und liess hier den Hinweis auf die Bedeutung des 2019 wieder neu eröffneten Deutschen Bergbau-Museums in Bochum für die Geschichte unserer Region folgen.

 

Birgit Biermann bedauerte die in weiten Teilen sehr emotional geführte Klimadebatte und forderte deren Wandel in eine objektive energiepolitische Debatte ein. Den Abschlußbericht der Kommission Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung und die am 15.01.2020 erfolgte Einigung von Bund, Ländern und Betreibern zum Auslaufen der Kohleverstromung sah sie als Ansatz, dem allerdings noch eine Menge Arbeit im Sinne sehr betroffenen Kolleginnen und Kollegen folgen wird.

 

Dem Hinweis auf die aktuellen, für die Tarifpolitik wegweisenden Erfolge unserer IGBCE wie Pflegezusatzversicherung und Zukunftskonto liess Birgit Biermann den ausdrücklichen Dank für die erfolgreiche Zusammenarbeit an die Kollegen im Landesbezirk Westfalen, aber auch die Kollegen im Ruhestand folgen, ehe Sie das Wort an den Ehrengast, Hattingens Bürgermeister Dirk Glaser übergab.

 

Herr Dirk Glaser, Bürgermeister der Stadt Hattingen, drückte seine Freude darüber aus, dass die IG BCE nun schon zum wiederholten Mal die Stadt als Tagungsort ausgewählt habe.

 

Herr Dirk Glaser ging zu Beginn seiner Grußworte auf die politische Situation in der Stadt ein und erklärte, dass der Strukturwandel in Hattingen mittlerweile Nennenswertes erreicht hat und machte hier einen Verweis auf die positive Entwicklung der Arbeitslosenquote. Die Gewerkschaften haben in ihrer Gesamtheit einen großen Einfluss in alle Lebensbereiche und sorgen für soziale Gerechtigkeit. Dieses kann man auch in Hattingen an der ein oder anderen Stelle wahrnehmen.

Dirk Glaser wünschte den anwesenden Funktionären und Gästen einen harmonischen Neujahrsempfang und einen ebensolchen Neuanfang für das Jahr 2020.

 

Karin Erhard, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE, ging in ihrer Festansprache auf alle relevanten Themen, die in der politischen Gesellschaft diskutiert werden, ein.

 

Zunächst wünschte sie Allen im Namen des gHV ein gutes und gesundes 2020 und uns gemeinsam viel Erfolg für unsere IG BCE.

 

Zu Beginn des Jahres zu einem Neujahrsempfang einzuladen ist eine gute Tradition, bietet die Gelegenheit gemeinsam zurückzuschauen und unseren Zusammenhalt zu stärken und zu festigen. Wenn wir uns und unseren Interessen Gehör verschaffen wollen, müssen wir aktiv sein.

In unserer Tarifpolitik haben wir weitere, neue Instrumente geschaffen, die den Bedürfnissen der Beschäftigten nach mehr Zeitsouveränität gerecht werden.

 

Diese Erfolge in unserer Tarifpolitik sind uns ein Ansporn,

-        Wir wollen mehr.

-        Wir wollen besser.

-        Wir wollen die Arbeitswelt gestalten.

-        Wir wollen sie moderner und menschengerechter machen.

 

Wir wollen keine Gesellschaft in der jeder nur für sich selbst kämpft und wo Egoismen dominieren. Deshalb ist es unsere Aufgabe, diesen Hetzern entschieden entgegenzutreten, ganz gleich wo wir sie treffen. Wir stehen für Werte, die werden wir verteidigen.

Brauner Mist bleibt auch brauner Mist, auch wenn man ihn blau anmalt.

 

Reden wir über Tariflosigkeit; Tariflosigkeit hat immense Auswirkungen und sehr konkrete soziale Folgen. Wenn Menschen über ein ganzes Arbeitsleben hinweg chronisch zu wenig verdienen, werden sie auch im Alter auf keinen grünen Zweig kommen.

 

Reden wir über die Rentenpolitik: Wir haben in jüngster Zeit einige Erfolge erzielen können. Die Bundesregierung wird zum Beispiel die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten entschärfen. Das ist ein Thema, das wir beharrlich und energisch vorangetrieben haben.

Nun zur Krankenversicherung: Es wurde die paritätische Finanzierung wiedereingeführt. Nach Jahren des Ungleichgewichtes ist hier wieder ein Stück Gerechtigkeit zurückgekehrt, die wir vehement und auch erfolgreich gefordert haben.

 

Die Vertrauensleutewahlen in diesem Frühjahr sind für uns wichtig und wir haben uns konkrete Ziele gesteckt,

Wir wollen mehr Vertrauensleute in mehr Unternehmen installieren und so unsere Präsenz als Gewerkschaft stärken.

 

Karin Erhard ging im weiteren Teil auf die Energiewende ein.

Wir wollen unseren Beitrag zum Klimawandel leisten. Wir werden zugleich aber darauf achten, dass es dabei gerecht zugeht und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht unter die Räder geraten. Wir stehen zur Energiewende, aber sie muss sozial verantwortlich und wirtschaftlich vertretbar gestaltet werden. Einen Schritt weiter sind wir seit geraumer Zeit durch die Einigung von Bund, Ländern und den Kraftwerksbetreibern gekommen. Ein Fahrplan für das Auslaufen der Kohleverstromung wurde gestaltet, auch Regelungen zum Anpassungsgeld wurden getroffen.

 

Gewerkschaften können dabei im Jahr 2020 eine positive Rolle spielen.

Das bedeutet, wir müssen unsere Mitgliederbasis erhalten und – wo immer auch möglich – noch ausbauen.

Da können wir auch positives berichten, denn im Jahr 2019 haben wir die große Zahl von rund 30.000 Mitglieder gewonnen. Das ist Euer Erfolg und dafür herzlichen Dank.

 

Fazit: Wir sind auf einem guten Weg.

 

Den stimmungsvollen Abschluss bildete der Deutschamerikaner John Doyle mit einem interessanten kabarettistischen Blick auf seine persönliche Migrationsgeschichte, sein Deutschwerden und Deutschsein.   Danach

schloss die Bezirksleiterin Birgit Biermann die Veranstaltung mit nochmaligem Dank an die Ehrengäste und alle weiteren Teilnehmer, sowie besonderen Dank an die Hausleitung und Mitarbeiter. In diesem Zusammenhang erfolgte ebenfalls ein persönlicher Dank an das Team des Bezirkes für die gelungene Vorarbeit.

 

Für den musikalischen Abschluss sorgte der Knappenverein Schlegel & Eisen aus Bochum-Linden-Dahlhausen mit dem gemeinsam gesungenen „Glückauf, Glückauf der Steiger kommt“.

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