DHMS hat Betrieb eingestellt

Ausgebaggert

Der Bergbaumaschinen-Hersteller Deilmann-Haniel Mining Systems (DHMS) hat zum Jahreswechsel endgültig den Betrieb eingestellt. Nach langen Verhandlungen haben sich IG BCE und Arbeitgeberseite auf einen Interessenausgleich und Sozialplan geeinigt. Betroffen waren 131 Beschäftigte und elf Auszubildende.

»Ich bedaure die Entscheidung des Arbeitgebers zutiefst. Trotz der schwierigen und teilweise fragwürdigen Verhandlungsstrategie der Unternehmensführung haben wir uns nicht kleinkriegen lassen und ein faires Ergebnis erzielt. Nichtsdestotrotz macht mich die Situation traurig. Denn letztlich geht es um viele menschliche Schicksale. Menschen, die jahrelang alles für das Unternehmen getan haben und nun einfach vor die Tür gesetzt wurden«, sagt Birgit Biermann, Bezirksleiterin des Bezirks Dortmund-Hagen.

Der Arbeitgeber bot zunächst einen Abfindungsbetrag mit einem Berechnungsfaktor von 0,2 an. Ansonsten würde die Insolvenz drohen. Die Betriebsräte um die Betriebsratsvorsitzende Christine Wolf kämpften weiter. »Trotz teils grenzwertiger Verhandlungsführung haben wir uns nicht aufs Glatteis führen lassen. Es ist einfach enttäuschend, wie der Arbeitgeber mit seinen Beschäftigten umgeht.

Viele sind 30 Jahre und länger hier beschäftigt und waren immer loyal. Das hat hier keiner verdient.« Nach insgesamt 25 nervenaufreibenden Verhandlungsterminen einigten sie sich erst in der Schlichtung. Der Abfindungsbetrag wurde mit dem Faktor 0,45 berechnet, mit Deckelung der Abfindung bei 80 000 Euro und der Möglichkeit des Übergangs in eine Transfergesellschaft der Bonner Wirtschaftsakademie. »Rechtlich mag der Arbeitgeber seinen Laden zumachen dürfen. Wie er moralisch und ethisch damit umgegangen ist, ist wirklich schlimm«, sagt Andreas Bier, zuständiger Gewerkschaftssekretär aus dem Bezirk Dortmund-Hagen.

1997 wurde die Maschinen und Stahlbausparte des Unternehmens Ausgegliedert und firmierte sich zur Deilmann-Haniel Mining Systems GmbH um. Beide haben Insolvenz angemeldet – die Deilmann-Haniel GmbH bereits 2007. Von 1997 bis 2017 kam es schon zu erheblichem Personalabbau. 188 der 330 Beschäftigten wurden entlassen.

Alle Bemühungen des Betriebsrats, Konzepte für die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage zu entwickeln, wurden abgelehnt. Anfang 2017 fiel dann die Entscheidung der Geschäftsführung, die DHMS zum Jahreswechsel zu schließen.

 

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