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29.06.2015

Bezirksjugend

Grubenfahrt auf dem Bergwerk Prosper Haniel

Am 15. Juni 2015 hatte der BJA Dortmund Hagen die große Ehre, im Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop den modernen Steinkohlebergbaus live zu erleben. So fanden sich am frühen Nachmittag 12 gespannte Personen vor dem Bergwerk ein. Neben den Mitgliedern des Bezirksjugendausschusses (BJA) waren auch einige Gäste BJA dabei, z.B. ein Kollege aus der Ortgruppe Arnsberg, der im Rahmen der Jugendarbeit mit den BJA zusammenarbeitet. Begleitet wurde die Gruppe von Gewerkschaftssekretär Anatoli Klassen vom Bezirk Dortmund-Hagen.

BJA Dortmund-Hagen

Grubenfahrt auf dem Bergwerk Prosper-Haniel

Nach der Begrüßung durch Betriebsrat Erasian Kocabey wurden der Gruppe allgemeine Informationen rund um den modernen Bergbau gegeben und es gab eine Sicherheitseinweisung. Danach wurde es langsam ernst und die Ausgabe der Arbeitskleidung folgte. Neben Hemden und Hosen beinhaltete das Paket auch Socken und Unterwäsche, welche gleich heiter begutachtet wurden. Nach einem letzten Foto (in noch strahlend weißer Kleidung) ging es dann ab in den Fahrkorb – mit 8 Metern pro Sekunde in die Tiefe. Unter Tage angekommen bemerkte einer der Teilnehmer: „Der Wind hier unten ist ja wirklich sehr stark! Gut, dass wir auch ein Halstuch bekommen haben. Das hätte ich so gar nicht gedacht.“ Die Belüftung des Tunnelnetzes, genannt „Wetter“, muss stark arbeiten, um die 125 km Tunnelnetz angemessen zu be- und entlüften. Schnell folgten weitere Fragen, wie z.B. die nach den Wasserkanistern, die überall an der Decke hingen. „Für den Fall, dass es mal zu einer Explosion kommt, schießt vor der Flamme eine Druckwelle durch die Tunnel. Diese bringt die Kanistern zum Platzen und die dadurch entstehenden vielen kleinen Wassertröpfchen bringen die Flamme dann zum Erlöschen. Insgesamt hängen über 40.000 dieser Behälter hier unten“, wurde der Gruppe erklärt.

In einer „Katze“, einer Schwebebahn, die an einer unter der Decke gehangenen Schiene fährt, ging die Reise für die Gruppe weiter. Nicht ganz eine Stunde und rund sechs Kilometer später war das Hauptziel des Tages erreicht. Was der Gruppe über Tage noch in einem Video und interessanten Computergrafiken erklärt wurde, sahen sie hier endlich live: Einen Hobel, der einen Steinkohleflöz abbaute. Alle durften in den Abbautunnel und konnten so hinter dem Hobel das Geschehen hautnah erleben. „Pfff, pfff, pfff,…“ machte es laut, bevor der Hobel aus der Dunkelheit geschossen kam und die Wasserdüsen kurz vor dem Hobel unter hohem Druck Nebelwolken dorthin schossen, wo der Hobel nur einen kurzen Moment später an der Kohleschicht schabte. Alles vibrierte, zischte und lärmte und von oben rieselte den Teilnehmern der Staub auf die Helme, während der Hobel sich beständig seinen Weg durch die Kohleschicht bahnte. Und dann war es auch schon wieder vorbei und die Anlage wurde gestoppt, damit alle ihren Weg aus dem flachen Tunnel gehen konnten. Wer wollte, durfte als Souvenir noch ein Stück der gerade gewonnenen Steinkohle mitnehmen – in jeder Hinsicht etwas Besonderes, so wie jedes Stück des schwarzen Goldes, das für seine Entstehung erst 250 bis 350 Millionen Jahren ruhen muss.

Danach ging es auf gleichem Wege zurück. Oben angekommen wurde wieder ein Foto gemacht – der Vorher / Nachher-Vergleich zeigte einen deutlich dunkleren Weißton der Kleidung als noch vor der Einfahrt. Nachdem sich alle Teilnehmer umziehen und duschen konnten, gab es noch eine leckere Portion Erbsensuppe und mit dem Betriebsrat, der uns die ganze Tour über begleitete, eine angeregte Diskussion rund um das Thema Steinkohle, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Energie- und Wirtschaftspolitik. „Es war eine sehr aufschlussreiche und spannende Fahrt für uns“, sagte Tobias Schmidt, BJA-Vorsitzender, „nicht nur, dass wir den historisch für unsere Gewerkschaft und unsere Region so wichtigen Bergbau einmal hautnah erleben durften, sondern auch und gerade die Diskussion am Ende hat uns sicher noch einmal alle zum Nachdenken gebracht. Ich selber bin auf jeden Fall sehr Dankbar für dieses Erlebnis!“.

Am Ende fuhren alle mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause. Dieses besondere Ereignis wird mir Sicherheit keiner der Teilnehmer vergessen.

  • BJA-Grubenfahrt
    Foto: 

    BJA Dortmund-Hagen

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